Es war nicht alles schlecht! – Das waren unsere Highlights 2021

Reflexionen

 

In diesem Jahresrückblick lassen wir noch einmal alle aufregenden Erlebnisse von 2021 Revue passieren: friedlotse auf Konferenzen wie der re:publica oder The Next Web, im Gespräch mit inspirierenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Sterben, Tod und Trauer und vermehrt auch im „Feldversuch“ – mit Workshops, die Menschen an ihre eigene Endlichkeit heranführen. 

 

 

Das Jahr startete inspirierend mit einem Talk beim Infinity Festival in LA, zu dem ich zwar nicht anreisen konnte, auf dem ich aber digital Präsenz zeigte. Was auch zum Thema passte, denn: Es ging um die digitale Seele und die Unendlichkeit im Netz.

Ich habe auch einen Artikel darüber geschrieben. Den findet ihr hier.

 

 

Kurz darauf veröffentlichten wir einen Text am anderen Ende des Spektrums. Viel physischer als nachhaltige Bestattungen (unter anderem dank Särgen aus Pilzen!) kann es wohl nicht werden. Wir sprachen mit der Bestatterin Caren Baesch, der Trendforscherin Stefanie Schillmöller und Bob Hendrikx, dem Erfinder der neuen Loop-Särge aus Mycelien – so heißen nämlich die Pilznetzwerke, die in der Erde beim Zersetzen unserer Körper helfen können.

Wer seine Bestattungsverfügung auf Nachhaltigkeit überprüfen möchte, klickt hier.

 

 

Trotzdem: Wenn wir jemanden verlieren, ist das nicht zu beschönigen. Dann dürfen wir natürlich weinen, traurig sein, den Schmerz fühlen. In unserer Gesellschaft herrscht oft noch die Meinung vor, dass es nach einer gewissen Zeit nach einem Trauerfall „auch mal gut gewesen“ sein muss. Der Begriff der „anhaltenden Trauerstörung“ machte die Runde. Dank unserer Gespräche mit Trauerbegleitenden wie Dr. Klaus Onnasch und Hermann Bayer wissen wir, dass jeder Mensch individuell lange trauert.

Wie sie ihre persönliche Trauer erlebt haben, erzählten uns zum Beispiel die Autorinnen Carina Stöwe und Brenda Strohmaier.

Hier geht's zum Artikel

 

 

Im Mai widmeten wir uns dann mal wieder konkreten Bestattungsthemen (darum geht’s schließlich auf friedlotse.de – die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der eigenen Bestattung). Während Erd-, Feuer- und Seebestattungen gängig sind in Deutschland, sind die Optionen der Luftbestattung – also alle Formen des Verstreutwerdens – noch nicht legal. Trotzdem können wir sie vermehrt in Anspruch nehmen, mit Hilfe der Angebote in unseren Nachbarländern.

Hier erfahrt ihr mehr.

 

Vor der Veröffentlichung des nächsten Artikels war ich mit friedlotse dann noch einmal auf einer spannenden Bühne präsent – der re:publica in Berlin. Zusammen mit Kathleen Schroeter (J2C) und Holger Volland (brand eins) führte ich durch eine Veranstaltung, die sich mit dem digitalen Nachlass auseinandersetzte. Viele gute Dinge entstanden aus dieser Zusammenarbeit mit brand eins. Dazu mehr im nächsten Jahr! 😉

 

 

Im Sommer nahmen wir uns dann ein auf den ersten Blick besonders schwieriges Thema vor: Wie spreche ich mit Kindern über den Tod? Wir waren überrascht, wie leicht es war. Und stellten fest: Vielleicht sollten wir etwas von ihrem Umgang mit Sterben, Tod und Trauer lernen, statt ihnen etwas beibringen zu wollen.

Im Artikel kommen die Kinder selbst zu Wort und zeigen bunte Bilder ihrer Jenseitsvorstellungen – genauso wie Begleitende, zum Beispiel Beate Seemann von der LAVIA Familientrauerbegleitung und Barbara Hummler-Antoni vom Hospiz St. Martin in Stuttgart.

 

 

Auch der darauffolgende Beitrag wurde bunt: Im Pride-Monat Juli ging es bei friedlotse um Bedürfnisse marginalisierter Gruppen im Bereich Bestattung. Die queere Community wird Gott sei Dank immer sichtbarer und bestimmt den Diskurs um Körperlichkeit am Lebensende zunehmend mit.

Gesprochen haben wir für diesen Artikel u.a. mit Anne Kriesel vom Bestattungsnetzwerk Bohana, Dr. Julian Heigel von Thanatos Bestattung sowie Maria Kauffmann und Robert Freitag von Ab unter die Erde.

Bitte hier entlang.

 

 

Im August hatten wir schon die Gedenkmonate im Herbst vor Augen und fragten uns: Wie können wir unseren Toten in der modernen Gesellschaft mehr Platz geben? Vor allem interessierten uns die Rituale, die jenseits von religiösen Vorstellungen Verbindung mit Verstorbenen schaffen können.

Unsere Vorschläge reichen von Trauertanz über Hausaltäre bis hin zu Briefen an die Ahnen.

 

 

Als nächstes war ein Tabu im Tabu dran: Trauer und Sexualität. Seltsamerweise sprechen wir, wenn überhaupt, nur über unsere seelischen Bedürfnisse bei einem Verlust. Aber was ist mit unseren körperlichen? Die verändern sich doch sicher auch, oder?

Wir haben überraschende Antworten gefunden.

 

 

Ende September wurde es dann noch einmal sehr aufregend für mich: Erst durfte ich an der Akademie für Mode und Design (AMD) in Berlin einen Kurs an der Uni unterrichten, in dem die Studierenden zuerst einen Nachruf auf sich selbst schrieben und dann ihr eigenes Sterbehemd entwarfen.

Den Bericht darüber mit vielen tollen Bildern von Angelika Frey findet ihr hier.

Und dann ging es nur eine Woche später nach Amsterdam zu Stefanie Schillmöller von Good Grief, mit der ich auf einer der größten Digitalkonferenzen Europas, The Next Web, auf der Bühne stand, um einen Überblick darüber zu geben, wie sich Trauer- und Erinnerungskultur im Internet weiterentwickelt. Das war wirklich ein Höhepunkt dieses Jahr – die Themen von friedlotse vor hunderten von Menschen mit echten Rückmeldungen in Präsenz. Sehr beflügelnd!

 

 

Eine weitere schöne Kooperation dieses Jahr war die mit dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel zu der Sonderausstellung „Suizid – Let’s talk about it“. Für die Publikation trugen wir ein Gespräch zwischen mir und der Direktorin Bestattungskultur der Ahorn Gruppe, Barbara Rolf, bei – in ihrem Leben gab es sowohl persönlich als auch beruflich viele Berührungspunkte mit dem Thema.

Welche genau, lest ihr im Artikel.

 

 

Um eine andere Ausstellung, nämlich über heutige Sargbeigaben, fotografiert von Andreas Reiner, ging es in unserem allerersten Gastbeitrag von Robin Szuttor. Vom Laserschwert bis zur Stadionwurst war fast alles dabei.

Seht selbst.

 

 

Unser letzter Artikel des Jahres war gleichzeitig der konkreteste in Sachen Bestattungskultur wie auch der weitestreichende in Bezug auf den Diskurs, den er auslöste: Es ging um die Totenversorgung, was genau dort eigentlich passiert (oder passieren kann), warum man sich überlegen sollte, ob man bei den eigenen Verstorbenen dabei sein möchte, und was das dann mit einem macht.

Die Reaktionen auf den Artikel haben uns darin bestätigt, dass es auch in diesem Bereich ein großes Bedürfnis der Menschen gibt, genauer hinzusehen, mehr zu erfahren und selbstbestimmter Entscheidungen treffen zu können.

Diese Mission werden wir auch im kommenden Jahr mit euch weiterverfolgen!

 

 

Danke für eure Unterstützung 2021, eure Aufmerksamkeit, eure Gedanken und Meinungen, sprich: den wertvollen Austausch mit euch.

Wir wünschen euch, auch wenn es für viele ein schweres Jahr war, besinnliche Weihnachten und einen zuversichtlichen Blick nach vorn.

Euer friedlotse-Team (Barbara, Angelika, Katharina, Elisabeth und Charlotte)

 

[Fotos: Angelika Frey; Dania Esch; Loop]





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